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Allgemeine Infos zu Energiearmut

Auf dieser Seite finden Sie allgemeine Infos zu Energiearmut in Österreich, ihre Ursachen und Auswirkungen, sowie aktuelle Zahlen und Fakten.

Illustration von einer Person, die auf einer Parkbank sitzt und ein Buch liest. Daneben spielen drei Kinder und ein Hund mit einem Wasserspiel im Hintergrund.

Was ist Energiearmut?

Der Begriff „Energiearmut“ beschreibt die Nicht-Leistbarkeit oder Unerschwinglichkeit von Haushaltsenergie (z.B. Strom, Gas oder Fernwärme) – also dass Haushalte ihren notwendigen Energiebedarf nicht oder nicht ausreichend mit ihren vorhandenen finanziellen Mitteln decken können. Seit Dezember 2025 gibt es mit dem Energiearmuts-Definitions-Gesetz in Österreich erstmals eine entsprechende gesetzliche Definition:

Eine Lampe scheint auf einen Stapel Bücher und Gesetzestexte.

"Als energiearm gelten jene Haushalte, die die notwendigen Mittel für Ausgaben für Haushaltsenergie (Strom, Heizung, Warmwasser, Kälte, Kochen, Beleuchtung, Betrieb von Haushaltsgeräten) für ein grundlegendes und angemessenes Maß an Lebensstandard und Gesundheit nicht oder nur unzureichend selbst aufbringen können."

§ 4 Energiearmuts-Definitions-Gesetz

Wie entsteht Energiearmut?

Die Ursachen für Energiearmut sind vielfältig. Häufig leben die betroffenen Haushalte an einem Wohnsitz mit schlechter Bausubstanz oder veralteten elektronischen Geräten – sie haben also eine geringere Energieeffizienz. Das heißt, sie benötigen mehr Energie, um denselben Lebensstandard zu erreichen, wie Haushalte in neuen (oder sanierten) Gebäuden oder mit energieeffizienten Geräten. Auch hohe oder steigende Energiekosten, geringe Einkommen, z.B. aufgrund längerer Krankheit oder Arbeitslosigkeit, können Energiearmut verursachen oder verstärken. Das Verhalten – also der Umgang mit dem eigenen Energieverbrauch – ist im Vergleich dazu weniger relevant, kann aber in manchen Haushalten auch ein Faktor sein.

Die nachfolgende Pyramide veranschaulicht die wichtigsten Ursachen:

 

Abgebildet ist eine Pyramide mit den Ursachen für Energiearmut in Österreich. Basis der Pyramide ist die Energieeffizienz der Wohnsituation. Dabei geht es um Fragen wie: "Wie wohnt der Haushalt? Wie gut ist das Wohngebäude saniert und wie alt sind die Haushaltsgeräte?". Zweite Ebene der Pyramide sind die Energiekosten. Dabei geht es um Fragen wie: "Wie entwickeln sich die Energiekosten? Gibt es Möglichkeiten diese zu senken oder zu stabilisieren?". Dritte Stufe der Pyramide sind "Finanzielle Ressourcen". Dabei geht es um Fragen wie: "Wie viel Geld hat der Haushalt zur Verfügung? Wie sehen Einkommen und Ausgaben insgesamt aus und werden alle verfügbaren Leistungen genutzt?". An der spitze der Pyramide steht das Verhalten. Hier geht es um Fragen wie: "Wie nutzt der Haushalt Energie? Gibt es Energiesparpotenziale?" © kea 2024

Energiearmut kann sich in den betroffenen Haushalten auf viele verschiedene Arten zeigen: zum Beispiel, wenn Haushalte ihre Energierechnungen nicht oder nicht rechtzeitig zahlen können, wenn sie nicht in der Lage sind ihre Wohnung angemessen warm zu halten, oder auch, wenn sie nicht über die Ressourcen verfügen, um alte, ineffiziente oder kaputte Haushaltsgeräte auszutauschen.

Mit Energiearmut gehen viele weitere Herausforderungen einher. Angefangen bei gesundheitlichen Problemen (z.B. aufgrund von zu kalten oder feuchten Wohnräumen, aber auch bei fehlendem Schutz vor Hitze), über Stress und Stigmatisierungserfahrungen bis hin zu schlechteren Bildungschancen und sozialer Ausgrenzung. Darum ist es wichtig, Energiearmut präventiv zu vermeiden und dort, wo sie bereits existiert, Betroffene auch akut gezielt zu unterstützen.

Wie sich Energiearmut im Leben von Betroffenen zeigt und welche Ursachen dahinterstehen, zeigt auch der Faktencheck Energiearmut der kea. Dieser Faktencheck liefert Antworten auf die häufigsten und wichtigsten Fragen zu Energiearmut.

Wie hoch ist Energiearmut in Österreich?

Gemeinsam mit der Statistik Austria hat die kea 2025 einen Gesamtindikator entwickelt und etabliert, der verschiedene Facetten von Energiearmut in einer Kennzahl abbilden kann. Laut aktuellsten EU-SILC Daten von 2024 sind demnach etwa 12,5% der Haushalte in Österreich von Energiearmut betroffen. Das sind etwa 1,04 Mio. Personen bzw. 517.000 Haushalte.

Besonders überdurchschnittlich von Energiearmut betroffen sind Menschen in Langzeitarbeitslosigkeit (42,1%), Working Poor (41%), Haushalte, die ihr Einkommen überwiegend aus Sozial(versicherungs)leistungen beziehen müssen (38,8%), Haushalte mit höchstens Pflichtschulabschluss (31,1%), Haushalte im niedrigsten Einkommensfünftel (34,1%), Haushalte mit Einzelraumheizungen (21,6%), Haushalte, die in Gebäuden, die vor 1960 erbaut wurden (18,8%) bzw. nicht im Eigentum (17,3%) leben, Haushalte in urbanen Gebieten mit hoher Bevölkerungsdichte (17,3%), Einpersonenhaushalte (17,3%), Haushalte mit einer geringen Wohnnutzfläche unter 80m² (16,8%) und Haushalte mit weiblichen Hauptverdienerinnen (15,5%).

Zusätzlich gaben in Quartalserhebungen der Statistik Austria 29,3% der Haushalte an, dass sie sich im vorherigen Quartal zwar die für ihren Haushalt benötigte Energie leisten konnten, aber nur, weil sie den Verbrauch verringert haben.

Weitere Zahlen und die Entwicklung von Energiearmut im Zeitverlauf finden Sie im kea-Dashboard.

Zeichnung eines Laptops aus dem Ziffern herausschweben.

Sie suchen aktuelle Zahlen?

Unser kea-Dashboard bietet einen Überblick über die wichtigsten Energiearmuts-Indikatoren.

Eine Lampe scheint auf einen Stapel Bücher und Gesetzestexte.

Sie möchten mehr Informationen?

In unseren Leseempfehlungen finden Sie weiterführende Ressourcen, Studien und Artikel, die vertiefende Informationen zum Verständnis und zur Bekämpfung von Energiearmut bieten.