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Fünf Personen sitzen in einer Beratungsstelle auf einer Couch und zwei Sesseln und unterhalten sich miteinander.

Durchführung von Projektstudien und Pilotprojekten zur Verminderung von Energiearmut in Österreich

Energiearmut betrifft in Österreich mehr als 12 % der Haushalte, besonders vulnerable Gruppen wie armutsgefährdete Familien, Alleinerziehende oder alleinlebende Pensionist:innen. Sie können ihren Energiebedarf oft nicht ausreichend decken und sind stark von steigenden Energiepreisen und den Folgen des Klimawandels betroffen. Um diesen Herausforderungen zu begegnen, fördert der Aufruf zur Angebotslegung 2025 die Umsetzung von innovativen Projektstudien und Pilotprojekten, die praktische Lösungen zur Linderung von Energiearmut erproben und die Energy Literacy in betroffenen Haushalten stärken.

Gesucht wurden Projekte, die Energiearmut reduzierten, den Zugang zu erneuerbaren Energien oder Energieeffizienz verbesserten oder Haushalte in Energiefragen stärkten. Die Pilotprojekte sollten praxisnah umgesetzt, innovativ sein und ein hohes Potenzial für Replizierbarkeit in ganz Österreich aufweisen. Dabei sollten bestehende Barrieren identifiziert, Lösungen gemeinsam mit den Zielgruppen entwickelt und praxisnah erprobt werden.

Die Projekte richteten sich gezielt an energiearme und vulnerable Haushalte und fokussierten auf drei Dimensionen: Maßnahmen zur Linderung der Energiearmut und ihrer Folgen, Verbesserung des Zugangs zu erneuerbaren Energien und Energieeffizienz sowie Förderung von Energy Literacy. Begleitend dokumentierten die Projekte Erfolgsfaktoren, Herausforderungen und Methoden zur Skalierbarkeit, sodass die Ergebnisse nachhaltig genutzt und einem breiten Kreis von Organisationen und Betroffenen zugänglich gemacht werden konnten.

Die ausgewählten Studien und Pilotprojekte zeigen, wie Energiearmut in der Praxis reduziert werden kann, liefern innovative Ansätze und praxisnahe Erkenntnisse und tragen dazu bei, langfristig wirksame und nachhaltige Lösungen in Österreich zu etablieren.

Laufende Aktivitäten gegen Energiearmut

Energiearmut ist ein Problem, von dem viele Haushalte in Österreich betroffen sind. Um diesem Problem entgegenzuwirken, gibt es bereits eine Vielzahl von Aktivitäten und Maßnahmen, die von unterschiedlichen Akteuren angeboten und umgesetzt werden. Diese reichen von lokalen Initiativen bis hin zu landesweiten Programmen und umfassen zum Beispiel:

  • Finanzielle Unterstützung für Haushalte
  • Förderprogramme für die energetische Sanierung von Wohngebäuden
  • Bildungs- und Beratungsprogramme zu energieeffizientem Verhalten
  • Innovative Projekte zur Nutzung erneuerbarer Energien

Ausgewählte Beispiele

Österreichische Akteure und Aktivitäten gegen Energiearmut

Um die zahlreichen, vorhandenen Initiativen besser zu koordinieren und ihre Wirksamkeit zu maximieren, hat die kea als Koordinierungsstelle eine umfassende Bestandsaufnahme in Auftrag gegeben. Diese erfasst und analysiert die wichtigsten Akteure aus verschiedenen Politikfeldern, ihre unterschiedlichen Interessen und Kooperationspotenziale sowie bestehende Netzwerke, Instrumente und Maßnahmen zur Bekämpfung von Energiearmut.

Die Bestandsaufnahme bestätigt, dass es in Österreich bereits ein großes Engagement gegen Energiearmut gibt: Mehr als 140 verschiedene Institutionen arbeiten österreichweit zum Thema Energiearmut oder in Bereichen, die unmittelbar mit Energiearmut zu tun haben. Mehr als die Hälfte davon agiert auf Bundesländerebene, 48 davon in der öffentlichen Verwaltung. Darüber hinaus gibt es über 40 potenziell relevante Vernetzungsforen – v.a. im Bereich Soziales (16), Energie (12) und Wohnen (3) – und bereits über 140 konkrete Instrumente und Maßnahmen zur Unterstützung energiearmer Haushalte (über 50% dieser fokussieren auf den Bereich Energie).

Die umfassende Analyse der Bestandsaufnahme verdeutlicht aber auch die Komplexität der Situation: Energiearmut entsteht aus einem Zusammenspiel von u.a. niedrigem Einkommen, hohen Energiekosten und schlechter Energieeffizienz von Wohngebäuden. Die Verantwortung für die Lösung dieser Probleme ist auf verschiedene Institutionen verteilt. Um Energiearmut wirksam bekämpfen zu können, müssen daher viele Fachbereiche (Energie, Soziales, Wohnbau…), Verwaltungsebenen (Bund, Länder, Gemeinden…) und Organisationen (Sozialorganisationen, Energieversorger, Gebietskörperschaften, Forschungseinrichtungen…) zusammenarbeiten und koordiniert vorgehen.

Die Ergebnisse zeigen, wie wichtig es ist, die Koordination zwischen den relevanten Akteuren zu verbessern, Informationen bereitzustellen und Kompetenzen aufzubauen. Sie bestätigen die wichtige Rolle der kea als Koordinierungs- und Kompetenzstelle für Energiearmut, um langfristig Doppelarbeit zu reduzieren und die Wirksamkeit bestehender Maßnahmen zu erhöhen.