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Häufige Fragen und Antworten (FAQs)

Hohe Energiekosten, komplizierte Rechnungen, alte Haushaltsgeräte… all das kann für Haushalte herausfordernd sein und im schlimmsten Fall zu Zahlungsschwierigkeiten oder Abschaltungen führen. In diesem FAQ-Bereich bieten wir Ihnen deshalb kurze Antworten auf die häufigsten Fragen.

Ich kann meine laufenden Energierechnungen nicht bezahlen. Was kann ich tun?

Bei finanziellen Schwierigkeiten sollten Sie sich immer zuerst an die Verwaltungsbehörde in Ihrer Region wenden! Das ist entweder das Gemeindeamt, die Bezirkshauptmannschaft oder das Magistrat, oder in Wien das Sozialzentrum bzw. Sozialreferat der MA 40. Diese Behörden unterstützen Sie direkt und können Ihnen auch dabei helfen, weitere relevante Hilfsleistungen für Sie zu finden.

Der WOHNSCHIRM Energie des Sozialministeriums bietet ebenfalls in ganz Österreich kostenlose Beratung und finanzielle Unterstützung und hilft z.B. bei zu hohen Energiekosten. Nähere Informationen über die Voraussetzungen, die Beratungsstellen, sowie Antworten auf viele weitere Fragen finden Sie auf der Website des Wohnschirms.

Viele Sozialorganisationen bieten ebenfalls kostenlose Beratungen und helfen beim Beantragen von diversen Unterstützungsleistungen.

Eine Übersicht über wichtige Anlaufstellen für Beratung und Information haben wir hier zusammengefasst: Beratungsstellen in Ihrer Nähe

Ich verstehe meine Energierechnungen bzw. meine Energietarife nicht. Wohin kann ich mich wenden?

Bei Fragen zu Energierechnungen oder Unklarheiten bezüglich des eigenen Energietarifs ist der Kund:innenservice Ihres Energielieferanten die beste Anlaufstelle. Kundinnen und Kunden können sich direkt an ihren Energielieferanten wenden, um spezifische Details und Fragen zu ihren Rechnungen und Tarifen zu klären.

Alternativ bietet auch die E-Control österreichweit Beratung und Informationen, um Unklarheiten bei Energierechnungen zu Strom und Gas zu klären. Sie überprüft, ob Rechnungen korrekt sind, und unterstützt bei Fragen zu Tarifen und Verbrauchsabrechnungen. Weitere Informationen oder eine direkte Beratung erhalten Sie auf der Website der E-Control.

Falls Ihre Energie aus einer sogenannten „gemeinsamen Versorgungsanlage“ kommt (d.h. man hat z.B. eine zentrale Heizung im Haus, die mehrere Wohnungen versorgt), dann werden die Kosten auf alle Wohnungen verteilt. Die Arbeiterkammer ist für Fragen zu diesen Abrechnungen eine gute Anlaufstelle.

Mich wird eine Nachzahlung treffen, die mich finanziell schwer belasten wird. Was kann ich tun?

Sie haben in solchen Fällen grundsätzlich ein Recht auf Ratenzahlung und können bei Zahlungsschwierigkeiten eine Ratenzahlung mit ihrem Energielieferanten vereinbaren. Viele Energieversorger sind bereit, in so einer Situation einen individuellen Zahlungsplan zu erstellen. Hierzu sollten Sie am besten so früh wie möglich Ihren Energielieferanten kontaktieren, um eine Ratenzahlung zu vereinbaren.

Zusätzlich bietet der Wohnschirm Energie finanzielle Unterstützung und Beratung für Haushalte, die Schwierigkeiten haben, ihre Energierechnungen zu bezahlen. Auf der Website des Wohnschirms finden Sie Beratungsstellen in Ihrer Nähe und weitere Informationen zu diesem Angebot.

Es ist wichtig, diese Schritte rechtzeitig einzuleiten, um weitere finanzielle Belastungen für Ihren Haushalt zu vermeiden. Bei Bedarf sollten Sie deshalb nicht zögern, sich an Ihren Energielieferanten oder an eine Beratungsstelle zu wenden, die zusätzliche Beratung und Unterstützung anbieten können.

Ich habe Probleme mit meinem aktuellen Energielieferanten. Wohin kann ich mich wenden?

Bei Konflikten mit Strom- oder Gaslieferanten können Sie sich an die Schlichtungsstelle der E-Control wenden. Sie ist neutral und unabhängig und hilft, Streitigkeiten zu lösen.

Bei rechtlichen Fragen zu Fernwärme oder Energie aus einer sogenannten „gemeinsamen Versorgungsanlage“ (d.h. z.B. eine zentrale Heizung im Haus, die mehrere Wohnungen versorgt, statt einer Einzelheizung) bietet auch die Arbeiterkammer Beratung an. Auch die staatlich anerkannte Schlichtungsstelle für Verbraucher:innen bietet kostenlose Unterstützung bei Problemen mit einem Unternehmen in Österreich.

Ich möchte in einen günstigeren Energietarif wechseln. Wo finde ich das beste Angebot für mich?

Es lohnt sich, regelmäßig Preise zu vergleichen, um günstigere Tarife für Strom und Gas zu finden. Der Tarifkalkulator der E-Control ist ein unabhängiges Online-Tool, mit dem Sie schnell und einfach die Preise der verschiedenen Energielieferanten und Tarife in Österreich vergleichen können.

Wichtiger Tipp: Viele Energielieferanten bieten neuen Kundinnen und Kunden Rabatte für das erste Jahr. Wer seinen Energietarif nicht regelmäßig wechseln möchte, kann die Tarife im Tarifkalkulator für bis zu drei Jahre oder auch ohne einmalige Wechselrabatte vergleichen. Dadurch kann ein Tarif gefunden werden, der auch nach Ablauf des Rabatts noch immer kostengünstig ist. Hat man sich für einen Energielieferanten entschieden, braucht der Wechsel dann meistens nur wenige Klicks.

Mir wird bzw. wurde bereits Strom, Gas und / oder Heizung in der Wohnung abgeschaltet. Was kann ich tun?

Wenn eine Abschaltung bevorsteht, sollten Sie möglichst rasch den Energieanbieter kontaktieren. Oft kann gemeinsam eine Lösung gefunden werden, zum Beispiel eine Zahlung auf Raten oder die Bezahlung der Schulden zu einem späteren Zeitpunkt. Die Kontaktdaten des Energieanbieters und des Netzbetreibers stehen immer auf der Rechnung, oder auch im Internet.

Auch der Wohnschirm des Sozialministeriums bietet rasch Hilfe. Er unterstützt Haushalte finanziell mit Energiekostenrückständen und stellt auch professionelle Beratungen und Unterstützung für den Kontakt mit den Energielieferanten bereit. Nähere Informationen zum Wohnschirm Energie findet man auf der Website des Wohnschirms

Um schnellstmöglich wieder mit Strom und / oder Gas beliefert zu werden, können Sie sich auch auf das Recht auf „Grundversorgung“ berufen. Damit werden Energielieferanten verpflichtet einen Liefervertrag abzuschließen. Dazu muss man den Energielieferanten kontaktieren und ihm mitteilen, dass man sich auf Grundversorgung beruft und dass man bereit ist, den Teilbetrag für einen Monat (für Energie und Netznutzung) im Voraus zu bezahlen. Die E-Control hat dazu einen Muster-Brief „Antrag auf Grundversorgung“ auf ihrer Website.

Sobald Sie sich beim Lieferanten auf die Grundversorgung berufen haben, ist auch der Netzbetreiber verpflichtet, die Belieferung zu ermöglichen. Im Falle einer bereits bestehenden Abschaltung muss Ihr Haushalt also rasch wieder eingeschaltet werden. Aber Achtung: Alte Schulden bleiben weiterhin bestehen und man muss damit rechnen, dass diese weiterhin eingefordert werden! Darum ist es wichtig, dass Sie Zahlungsrückstände möglichst rasch zu begleichen. Unterstützungsangebote wie der Wohnschirm Energie helfen dabei.

Wichtiger Tipp: Beim Grundversorgungstarif zahlen Sie so viel, wie die meisten anderen Kund:innen des Lieferanten – also nicht mehr, aber auch nicht weniger (d.h. der Grundversorgungstarif ist nicht automatisch auch der günstigste Tarif). Die Kosten der Grundversorgungstarife finden Sie auf der Website der jeweiligen Lieferanten. Für die Grundversorgung müssen Sie außerdem nicht unbedingt bei Ihrem bisherigen Lieferanten bleiben. Sie können auch einen neuen Energieanbieter suchen und Preise vergleichen. Der E-Control Tarifkalkulator listet alle verfügbaren Lieferanten, die für Ihre jeweilige Adresse infrage kommen.

Wenn der Energielieferant eine Kaution oder Vorauszahlung fordert, können Sie, anstatt diese zu zahlen, auch auf den Einbau eines sogenannten „Vorauszahlungszählers“ bestehen. Dieser funktioniert ähnlich wie ein Wertkarten-Handy: Sie kaufen im Voraus für einen bestimmten Betrag (z.B. 20€) Strom oder Gas und müssen dieses „Guthaben“, sobald es aufgebraucht ist, wieder aufladen, um weiter Energie zu erhalten. Der Einbau dieses Vorauszahlungszählers kostet einmalig 24€ und monatlich um 1,92€ mehr als ein herkömmlicher Zähler.

Noch ein Hinweis: In Österreich dürfen lebensnotwendige Energielieferungen wie Strom oder Gas nur unter sehr strengen Voraussetzungen abgeschaltet werden. Es braucht dazu erst mindestens zwei Mahnungen. In diesen muss auch darauf hingewiesen werden, dass man Beratungsstellen aufsuchen kann und man das Recht auf Grundversorgung hat. Abschaltungen dürfen außerdem nicht an einem Freitag oder an einem Tag vor einem Feiertag durchgeführt werden.

Ich habe sehr alte, ineffiziente und / oder kaputte Elektrogeräte und kann mir den Wechsel auf ein neues Gerät nicht leisten. Gibt es dafür Unterstützung?

Das Programm Energiesparen im Haushalt: Beratung und Gerätetausch des Klima- und Energiefonds unterstützt Sie beim Senken Ihrer Energiekosten im Haushalt. Nach einer Erstberatung bei der Caritas werden gemeinsam mit Energiesparberater:innen die Elektrogeräte in Ihrem Haushalt auf ihren Energieverbrauch überprüft und einfach umsetzbare Energiesparmaßnahmen gemeinsam besprochen. Wenn im Rahmen dieser Energiesparberatung festgestellt wird, dass die vorhandenen Elektrogeräte ausgetauscht werden sollten, ist ein kostenloser Tausch von bis zu zwei Geräten (Herd, Kühlschrank, Waschmaschine oder Geschirrspüler) inklusive Transport und Installation möglich. Nähere Informationen dazu gibt es auf der Caritas-Website des Programms.

Ich weiß nicht, wie ich im Haushalt am besten Energie sparen kann. Worauf sollte ich achten?

Es gibt viele einfache und günstige Möglichkeiten, um Heizkosten, Strom und Warmwasser zu sparen. Unser Überblick zu leicht umsetzbaren Energiesparmaßnahmen gibt viele nützliche Tipps.

Auch andere Websites wie Mission 11 bieten viele nützliche Tipps für Haushalte.

Wer trotz sparsamen Energieverbrauchs noch Schwierigkeiten mit den eigenen Energiekosten hat, kann sich auch kostenlos beraten lassen – z.B. bei den Energieberatungsstellen im Bundesland, einer Sozialorganisation, dem eigenen Energielieferanten oder auch im Rahmen des Programms „Energiesparen im Haushalt: Beratung und Gerätetausch“ vom Klima- und Energiefonds. Nähere Informationen dazu gibt es auf der Caritas-Website des Programms.

Ich bin Eigentümer:in und möchte gerne mein Haus bzw. meine Wohnung sanieren, um Energiekosten zu sparen. Gibt es dafür Unterstützung?

Der beste Zeitpunkt für große Sanierungsvorhaben ist jetzt. Es gibt aktuell sehr viele Förderungen für den Heizungstausch oder auch die (Teil-)Sanierung von Gebäuden. Österreichweit gibt es z.B. vom Bund die Förderaktion „Raus aus Öl und Gas“, den Sanierungsbonus (mit dem Slogan „Österreich ist nicht ganz dicht“), oder auch die Aktion „Sauber Heizen für alle“. „Sauber Heizen für alle“ fördert z.B. den Wechsel eines fossilen Heizsystems hin zu einem klimafreundlichen Heizsystem mit bis zu 100 % der Kosten für Haushalte mit niedrigen Einkommen. Zusätzlich bieten die Bundesländer eigene Förderungen, die teilweise auch mit den Förderungen des Bundes kombiniert werden können.

Eine Sanierung bzw. ein Heizungstausch hat sehr großes Potenzial, Energiekosten zu senken und auch sonst das Wohlbefinden im Haushalt zu steigern. Allerdings ist so ein Vorhaben auch sehr komplex, muss gut geplant werden und bei den vielen Förderungen mit teilweise unterschiedlichen Voraussetzungen und Abläufen kann man auch schnell mal den Überblick verlieren. Darum ist es sehr wichtig, als ersten Schritt eine persönliche Beratung in Anspruch zu nehmen. Dazu gibt es Beratungsstellen in jedem Bundesland. Eine Liste mit möglichen Anlaufstellen in Ihrer Nähe findet man auf unserer Landkarte oder auf dieser Seite von klimaaktiv.

Die Beratungsstellen in jedem Bundesland unterstützen Sie teilweise auch dabei, die passenden Förderungen zu finden und die Anträge dafür zu stellen. Umfassende aktuelle Informationen zu den diversen Bundes-Förderungen, z.B. zu den Fördervoraussetzungen und dem Antragsverfahren, finden Sie zusätzlich auf dieser Seite der Umweltförderungen in Österreich. Informationen zu allen Förderprogrammen finden Sie außerdem auch immer auf den jeweiligen Websites der Programme.

Sind Unterstützungsangebote gegen „Energiearmut“ nur für Haushalte mit niedrigem Einkommen relevant?

Energiearmut liegt vor, wenn ein Haushalt nicht in der Lage ist, seine Wohnräumlichkeiten angemessen zu heizen, zu kühlen oder mit Energie für den täglichen Bedarf, z.B. für den Betrieb von Haushaltsgeräten, zu versorgen. Das kann mit einem niedrigen Einkommen zusammenhängen, muss es aber nicht unbedingt. Zu hohe Energiekosten oder mangelnde Energieeffizienz der Wohnung oder der Elektrogeräte können ebenfalls zu Energiearmut führen, auch wenn das Haushaltseinkommen moderat ist.

Darüber hinaus gibt es zahlreiche Unterstützungsangebote, die allen Haushalten zugutekommen bzw. die alle Haushalte betreffen. Zum Beispiel gibt es Förderungen für Sanierungen und den Wechsel von fossilen Heizsystemen, da diese Umstellungen meist mit sehr hohen Investitionskosten verbunden sind, die selbst Haushalte mit mittleren Einkommen nur schwer allein bewältigen können. Auch Informationsangebote wie Energiesparberatungen oder Energiespartipps sind für alle Haushalte relevant, da gerade Haushalte mit hohen Einkommen aufgrund ihres Lebensstils oft besonders viel Energie verbrauchen.

Inwieweit kann mich die kea bei meinen Problemen unterstützen?

Die kea ist die nationale Koordinierungs- und Kompetenzstelle zur Bekämpfung von Energiearmut in Österreich. Sie stellt wichtige Informationen für Betroffene von Energiearmut als auch für unterstützende Institutionen bereit, bietet aber keine direkte, persönliche Beratung für Haushalte an. Gemeinsam mit Energieunternehmen, Sozialorganisationen, Sozialpartnern, der Verwaltung und der Wissenschaft entwickelt die kea langfristige Lösungen zur nachhaltigen Prävention von Energiearmut.

Mehr Informationen über die kea finden Sie in unserem Über Uns Bereich.

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